Sexual Healing: Mit Selbstliebe zur Sinnlichkeit

Die Voraussetzung für das Erleben einer wirklich sinnlichen Sexualität ist die Fähigkeit zur Selbstliebe. Sie erst öffnet die Tore zu einem Sex, der wieder richtig glücklich macht.

All diese schönen Menschen im Fernsehen, im Kino, bei den Filmfestspielen von Cannes oder bei der Oscar-Verleihung in Hollywood. All diese Glitzermagazine mit den makellosen Bodys und den perfekten Gesichtern. Könnten wir sie nicht einfach schön sein lassen und uns der eigenen Weiterentwicklung widmen? Können wir eben nicht, denn die Bilder prägen sich in unserem Unterbewusstsein ein, und das ist pure Absicht. Sie sind geschaffen worden, damit wir uns mit ihnen vergleichen und uns beschämt unserer Defizite bewusst werden, damit wir uns nach der gleichen, aber unerreichbaren Perfektion sehnen. Damit wir die Cremetöpfe kaufen, die Schönheitschirurgen besuchen, die vorgeführten Kleider und Schuhe haben wollen. Haben wollen, shoppen gehen, so sein wollen wie die anderen, die schöneren, die sexuell attraktiveren. Die Konsumwelt tut alles, damit wir uns schlecht fühlen, sie zeigt mit dem Finger auf unsere Falten, die Cellulite, die Tränensäcke, die dünnen Haare oder Pickel auf der Haut. Sie will, dass wir uns vergleichen und dabei leidet die Selbstliebe und Akzeptanz. Warum tappen wir immer wieder in diese Fallen? Am Ende sind wir dann doch wieder die Frauen, die beim Sex nur Positionen zulassen, in denen ihre Speckröllchen nicht gesehen werden können, die verstohlen das Licht ausknipsen, weil sie sich für ihren Körper schämen. Oder wir sind die Männer, die ihren Frauen eine Brust-OP schenken, damit sie sie sexuell attraktiver finden können. Es ist eine Schande, was wir alles anstellen, um uns mögen zu können und von anderen gemocht zu werden.

Voller Selbstliebe trägt man eine göttliche Energie in sich, und daraus ergibt sich wie von selbst ein neuer Zugang zur Sexualität.
Voller Selbstliebe trägt man eine göttliche Energie in sich, und daraus ergibt sich wie von selbst ein neuer Zugang zur Sexualität.

Sexual Healing beginnt damit, sich selbst in allen Facetten anzuerkennen

Vergleichen Sie Produkte. Aber vergleichen Sie niemals etwas Lebendiges! Eine echte Begegnung, die zur Beziehung werden soll, kann sich nicht vollziehen, wenn die Beteiligten sich vergleichen, messen und beurteilen. Vergleichen sich Partner oder Liebende, führt das nicht nur zur Abwertung, sondern oft auch zur Trennung. Eigentlich ist nur ein Umschalten nötig, ein kurzes Bewusstmachen der Mechanismen, die hier auf uns wirken, und schon sind wir wieder besser drauf. Jeder Mensch ist einzigartig, sein Aussehen ist einzigartig, und je mehr er dies verinnerlicht und ausstrahlt, desto attraktiver wirkt er auf das andere Geschlecht. Sexual Healing beginnt damit, sich selbst in allen Facetten anzuerkennen. Es gehört zu unseren größten Aufgaben, unsere Einzigartigkeit zu lieben und nicht an uns zu zweifeln. Jeder Mensch, der sich auf die Suche nach sich selbst begibt, wird irgendwann bei der Erkenntnis landen, dass Selbstliebe der Zugang zu allem ist, was er sucht. Mit Ihrem Selbst lieben Sie das Göttliche in sich und anerkennen, dass Sie ein Teil von Gott sind.

Selbstliebe ist keine egoistische Liebe

Selbstliebe hat nichts mit egoistischer Liebe zu tun, sie ist sogar das Gegenteil davon. Der Egoist liebt sein Ego, und das ist hohl. Selbstliebe hingegen bezieht das gesamte Universum mit ein. Sie ist die Fähigkeit, durch sich selbst die gesamte Schöpfung mit zu lieben. Sobald wir beginnen, uns zu lieben, beginnen alle in uns angelegten Talente zu erwachen und sich zu entwickeln. Letztlich warten wir nur darauf, uns endlich selbst lieben zu können, weil sich damit unser Leben erfüllt und unsere Sexualität erfüllend wird. Sich zu lieben heißt nicht, sich immer toll zu finden. Damit wären wir unehrlich zu uns selbst, schließlich machen wir ständig Fehler, haben Schwächen und Unzulänglichkeiten. Wer seine Unvollkommenheit abstreitet oder sogar mit ihr prahlt oder sie hervorhebt, ist weit davon entfernt, sich zu lieben. Egozentrik, Egomanie, Imponiergehabe, Selbstverliebtheit und Selbstsucht oder auch Geltungssucht entstehen, wenn wir uns als vollkommen oder großartig verherrlichen. Ein solches Verhalten entspringt eher einer nicht vorhandenen Selbstliebe. Ich stelle mir das gern bildlich vor: das Selbst als eine Lichtsäule im Innern des Körpers, die göttliche Verbindung also. Ist es angefüllt mit Licht, ist es erfüllt. Anders bei mangelnder Selbstliebe.

Mit sich in Liebe verbunden sein ist der Anfang einer neuen Sexualität

Menschen, denen es an Selbstannahme und Selbstliebe fehlt, werden oft als Fass ohne Boden beschrieben. Sie kompensieren ihre innere Leere, indem sie ihr Ego aufblähen. Selbstliebe zeigt sich durch eine bestimmte Art und Weise, mit sich umzugehen, durch eine Haltung bedingungsloser Annahme seiner selbst. Man ist ehrlich mit sich selbst, spürt eine respektvolle Verbundenheit mit sich und der Welt, und zwar ganz unabhängig davon, wie toll oder unzulänglich oder hilflos und schwach man sich gerade fühlt. Menschen, die sich lieben, strahlen inneren Frieden aus. Sie haben eine positive Ausstrahlung, sie gehen, sitzen und stehen aufrecht. Sie atmen meistens ruhig und tief. Man fühlt sich wohl, wenn man mit ihnen zusammen ist. Menschen voller Selbstliebe sind ausgeglichen, meistens gut drauf und wirken sehr natürlich. Nichts an ihnen wirkt künstlich oder irgendwie gestelzt. Sie sind mit ihrem (höheren) Selbst verbunden, was sich in ihrer Verbundenheit mit der Natur und mit der ganzen Schöpfung spiegelt. Menschen, die mit sich in Liebe verbunden sind, strahlen Frieden auf ihre Umwelt aus. Mit ihrer Selbstliebe nähren sie die göttliche Energie in sich, und daraus ergibt sich wie von selbst ein neuer Zugang zur Sexualität. Nur zwei mit ihrem eigenen Göttlichen verbundene Liebende können den Liebesakt als Verschmelzung zweier Körper und zweier göttlicher Seelen verstehen, die sich energetisch nähren und erneuern.
Gerti Samel

Gerti Samel weiß, wovon sie schreibt. Sie ist Journalistin, Seminarleiterin und erfolgreiche Buchautorin (zuletzt erschienen: „Liebe in der neuen Zeit“).

 

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