Im Laufe des Lebens verändert sich der Körper einer Frau immer wieder. Wirken sich diese Veränderungen auch auf die Darmgesundheit aus?
Das Darmmikrobiom spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit und wird von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, darunter auch die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Mit der Geburt wird der Grundstein für die Besiedelung unseres Darms gesetzt. Danach ändert sich die Zusammensetzung des Darmmikrobioms kontinuierlich und wird u. a. durch die Schwankungen des Hormonhaushalts zum Beispiel während der Menstruation, Schwangerschaft oder auch den Wechseljahren beeinflusst. Diese hormonellen Veränderungen haben Auswirkungen auf unseren Darm und das allgemeine Wohlbefinden. Frauen in den Wechseljahren leiden deshalb häufig unter Darmbeschwerden.
Was genau verändert sich im Darm während der Wechseljahre?
Aktuelle Veröffentlichungen [1] zeigen, dass mit dem Sinken der Hormone Östradiol und Progesteron auch die Vielfalt der Bakterien im Darm abnimmt. Ein Rückgang dieser Hormone kann auch die Darmwand durchlässiger machen, was es Viren und Bakterien ermöglichen könnte, diese zu passieren. Die Forschung in diesem Bereich ist wichtig, um zu zeigen, wie die Gesundheit und das Wohlbefinden von Frauen in und nach den Wechseljahren verbessert werden können.
Die Wechseljahre sind ein sensibles Thema. Wird in der Öffentlichkeit genug darüber informiert?
Wir haben in Zusammenarbeit mit der forsa eine repräsentative Befragung zum Thema Wechseljahre und Mikrobiom mit insgesamt 1.006 Frauen im Alter von 40 bis 55 Jahren durchgeführt. Rund jede zweite Frau fühlt sich „weniger gut“ oder „schlecht“ über das Thema Wechseljahre informiert. Diese Unsicherheit ist keine Überraschung, denn die Wechseljahre einer Frau sind offenbar nach wie vor ein Tabu-Thema. Die deutliche Mehrheit der befragten Frauen hat den Eindruck, dass in der Öffentlichkeit wenig oder gar nicht darüber gesprochen wird. Vor allem diejenigen, die sich „weniger gut“ oder „schlecht“ über das Thema Wechseljahre informiert fühlen, haben den Eindruck, dass in der Öffentlichkeit nicht genug über dieses Thema gesprochen wird. Da gibt es aus unserer Sicht auf jeden Fall Handlungsbedarf, damit Frauen gut auf die Veränderungen während der Wechseljahre vorbereitet sind.
Was können Frauen tun, um gut durch die Wechseljahre zu kommen?
Da gibt es ganz verschiedene Maßnahmen. Eine wichtige Rolle spielt die Ernährung: Eine ballaststoffreiche Kost mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Vielfalt der Bakterien im Darm und fördert damit die Darmgesundheit. Kalziumreiche Lebensmittel wie Milchprodukte und grünes Blattgemüse sowie eine angemessene Vitamin-D-Zufuhr fördern die Knochengesundheit. Neben der Ernährung ist auch regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Übungen zum Muskelaufbau, entscheidend. Zudem helfen ein geregelter Schlafrhythmus und Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga dabei, psychische Beschwerden zu lindern und die Schlafqualität zu verbessern.
Macht es Sinn, während der Menopause Probiotika zu sich zu nehmen, und wie kann ich ein entsprechendes Produkt auswählen?
Ja, probieren Sie Probiotika ruhig aus. Lebensmittel müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um als „probiotisch“ zu gelten: So müssen beispielsweise die genau angegebenen Bakterienstämme in angegebener Menge enthalten sein. Zudem müssen die Bakterien dann auch lebend in einer ausreichenden Menge im Darm ankommen. Beispielsweise haben sich Bakterien aus der Gruppe der Laktobazillen und Bifidobakterien, welche probiotisch sind, als besonders nützlich erwiesen, da sie die Anzahl der guten Bakterien im Darm erhöhen. Probieren Sie daher gerne ein probiotisches Lebensmittel aus. Beim Kauf von probiotischen Produkten sollte darauf geachtet werden, dass auf der Verpackung der enthaltene Bakterienstamm sowie die Anzahl an lebenden Kulturen angegeben sind.
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[1] Quelle: Peters, B. A. et al. (2022) v: Spotlight on the Gut Microbiome in Menopause: Current Insights. In: Int J Womens Health 14, S. 1059 – 1072